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AUS für Studiengang Lehramt berufliche Schulen an der TU Darmstadt?

Hessische Landesregierung legt keinen Wert auf Qualität der dualen Ausbildung

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Foto: pixabay.com | Caio

Qualifizierte Fachkräfte werden gesucht, Industrie- und Handelskammer, Handwerkskammer, werben für eine berufliche Ausbildung statt eines Studiums. Alle wollen gute Berufsschulen mit qualifizierten Lehrkräften für eine gute schulische Bildung für die Auszubildenden.

Auch die Hessische Landesregierung wirbt für die duale Ausbildung. Und was tut sie dafür? 
Schauen wir uns die Berufsschullandschaft näher an, stellen wir fest:
Berufsschulen kämpfen seit mehr als 15 Jahren mit erheblichem Lehrkräftebedarf in Mangelfächern.
Notdürftig wird versucht diesen Bedarf abzumildern durch die Suche nach Quer- und Seiteneinsteigern, die meist keine pädagogische Ausbildung haben. Bis zum Jahr 2040 wird etwa die Hälfte aller Berufsschullehrkräfte in den Ruhestand gehen.

Was hat das mit der Technischen Universität Darmstadt (TUD) zu tun?

Bald wird man in Darmstadt nicht mehr für das Lehramt an beruflichen Schulen studieren können. Jedenfalls nicht mehr im Bachelor-Studium, das Voraussetzung für den Master-Studiengang ist (Abschluss wie das frühere 1. Staatsexamen).  Die TUD will finanzielle Mittel einsparen, der Studiengang Sport ist bereits «abgewickelt». Schon dies betrifft nicht nur, aber auch das Fach Sport in der Schule. Der Bachelor (of Education) Bautechnik läuft ebenfalls aus.

Die Einstellung der Lehramts-Studiengänge wird die Mangelsituation an den Berufsschulen voraussichtlich verschärfen. Denn viele bleiben nach dem Studium an ihrem Studienort, absolvieren dort das Referendariat und werden dort an den Schulen eingestellt. Vielleicht wird es einige Studierende geben, die nach ihrem Bachelor-Abschluss an einer anderen Uni nach Darmstadt ziehen, um hier den Master-Abschluss zu machen, aber das werden sicher nicht viele sein.

Bereits vor Jahren wurde das Studium Fachrichtung Textil an der TUD eingestellt. Seitdem wurde dieses Fach zum Mangelfach, Ingenieure und Designer unterrichten nun als Quereinsteiger, so die Erfahrung an der Alice-Eleonoren-Schule.
Den Bachelor Elektrotechnik und Metalltechnik wird man, wenn alle Lehramtsstudiengänge eingestellt werden, zukünftig nur noch in Kassel und Gießen studieren können, Bautechnik und Körperpflege überhaupt nicht mehr in Hessen.

Wer ist verantwortlich?
Sicher, es die TUD, die über die Einstellung von Studiengängen entscheidet. Aber verantwortlich ist letztlich die Hessische Landesregierung. Die Rücklagen, die die TUD angespart hatte, wurden ihr (wie auch anderen Unis und den Schulen) weggenommen zur Konsolidierung des Landeshaushaltes. Die defizitäre Finanzplanung im Hochschulpakt, den die Unis zähneknirschend akzeptieren mussten, werden den absehbaren Bedarf nicht decken. Also muss die TUD sparen und entscheidet dann, an welcher Stelle.


Wir fragen die Landesregierung:

Wie will sie den Bedarf an qualifizierten Berufsschullehrkräften in Hessen sichern? 
Wo will sie in HESSEN Ersatz schaffen für entsprechende Studiengänge?

Wir müssen davon ausgehen, dass die Hessische Landesregierung die Konsequenzen ihres eigenen Handelns nicht sieht und zur Zukunftssicherung der dualen Ausbildung keinen Plan hat.

Die GEW Darmstadt fordert daher den Erhalt des Studiengangs «Lehramt an beruflichen Schulen» an der TU Darmstadt.

Weiter fordert die GEW Darmstadt die Hessische Landesregierung auf, sich an den hessische Universitäten für den Erhalt und den Ausbau dieser Lehramtsstudiengänge einzusetzen und sie entsprechend finanziell abzusichern.